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Bericht von Manfred Mani-tou Falter:
1. Tag 01.08.2005 Matrei – Sterzing 55 km 1550 Hm
Endlich – es geht los !!!
Wir treffen uns um 9 Uhr in Matrei bei Innsbruck.
Nach einer ausschweifenden BegrĂĽĂźung von Monika und Werner, die bereits am Vortag angereist sind, starten wir um 9:30 h.
In der Hektik des Aufbrechens zur ersten Tour hat leider, wie sich erst später rausstellt, Mani-One sein Handy im Auto vergessen. Dafür hat er den
großen Rucksack (Golfsack ?) mitgenommen, was er später noch bereute. Nach 3 km kurze Orientierung in Steinach, derweilen werden noch frische Brezen gekauft, dann geht’s über Serpentinen auf einer schmalen
Nebenstraße bergauf.Wir sind noch frisch und machen schnell 500 Hm, dann Abfahrt bis Vinaders.Ab dort Anstieg zur Sattelalm, zuerst Teer, dann Schotter, später Wanderweg.Wir treffen die erste Kuh auf „unserem
Weg“, die wir, trotz Monis Bedenken, aber problemlos passieren können. Jetzt erreichen wir die Österreichisch-Italienische Grenze, überqueren einen Stacheldrahtzaun und stehen vor unserer ersten
Bewährungsprobe:Wir müssen 400 m durch ein privates Grundstück eines Bauern, der, wie wir gehört und gelesen haben, nicht sehr gut auf MTB zu sprechen ist.
Anschließend weiter aufwärts, es wird steiler aber befahrbar.
Dann erblicken wir zum ersten mal die „alte Militärstraße“, die sich 10 km am Kamm des Berges entlang zieht.
Um 12:30 Uhr machen wir etwa ½ Stunde Rast bei einem alten Militärbunker aus dem 1. Weltkrieg am Beginn der Brennergrenzkammstrasse.
Wir haben eine herrliche Fahrt vor uns: ca. 10 km am Kamm entlang, immer wieder leichte Anstiege, die sich mit erfrischenden Abfahrten abwechseln, vorbei
am Kreuzjoch mit Ziel Sandjoch auf 2100 m.
Zwischendurch erfrischen uns noch mal an einer Quelle und erfreuen uns an einer leicht bekleideten Sennerin, die sich auf ihrer Alm sonnt.
Abfahrt nach Gossensass um 14:30:
Entweder die leichte Variante auf gut ausgebauten Serpentinen oder auf dem Wanderweg Nr. 1 (sieht ziemlich schwierig aus). Drei (Walter, Richard und
Mani-Tou) entscheiden sich fĂĽr die Warmduschervariante.
Später stellt sich raus, dass Nr. 1 doch recht gut befahrbar war. Wir treffen uns (zufällig) wieder kurz vor Gossensass und fahren gleich weiter nach
Sterzing auf einen Cappuccino und Apfelstrudel.
Im Cafe wird Werner plötzlich kreidebleich und schlecht. Er muss sich hinlegen und den Kreislauf stabilisieren. Doch, Gott sei Dank, nach 2 Cola und Ruhe
wird’s wieder. Wir fahren weiter zur unserer Unterkunft „Golderner Löwe“ in Elzenbaum, ein gemütliches, historisches kleines Hotel nähe Sterzing.
Abends gibt’s noch leckere Pizza und Eis !
Nachtruhe 21:30 – morgen wird’s ein anstrengender Tag !
2. Tag 02.08.2005 Sterzing- Meran 72 km 2100 Hm
Der Tag der StĂĽrze !
Aufgeregt starten wir, gestärkt von einem tollen Frühstück im“Goldenen Löwen“,
pünktlich um 8:30 Uhr. Wir genießen das „noch“ schöne Wetter und kommen zügig voran.
Auf einmal fehlen Moni und Mani-One. Sie haben an einer Serpentine eine andere Abzweigung genommen und sich verfahren. Zufällig finden
wir sie nach einer Âľ Std. des Wartens und Suchens ca. 200 Hm. ĂĽber uns.
Dann geht’s weiter auf Wanderwegen seitlich den Hang entlang Richtung „Bergbaumuseum Maiern“.
Plötzlich hinter mir ein Schrei: Monika purzelt die steile Wiese runter; nix passiert!
Nach dem Bergbaumuseum wird es richtig steil (teilweise 20 %), danach wieder etwas flacher, aber ständig auf Schotterwegen bergan. Wir nehmen die 700 Hm
bis zur „Moareralm“ (12:45 Uhr) fast ohne Pause.
Jetzt wird’s richtig hart:
Rad schieben und tragen insges. 500 Hm –wir brauchen 1 ¾ Std. – zwischendurch fängt es auch noch an zu regnen und es wird kalt (7°), aber wir
haben den Gipfel fest im Visier: Schneebergscharte 2765 m – der höchste Punkt unserer Tour.
Bange Frage von Richard und Mani-Tou : Wie wird die Abfahrt ?
Steil und steinig; die ersten Serpentinen muss jeder schieben, sogar Downhill-Peter.
Nach und nach wird der Weg wieder fahrbar und wir kehren in der SchneeberghĂĽtte ein. Dort gibts scharfe Nudeln, Apfelstrudel und Cappuccino. Und der Wirt
spendiert einen Beerenschnaps für den Heimweg – na bravo !
Wegen des schlechten Wetters, zwischenzeitlich schĂĽttet es aus KĂĽbeln, kommen wir erst um 17 h weiter. Der Wirt hat uns eine AbkĂĽrzung verraten, die wir
gerne bei diesem Wetter nehmen. Die Abfahrt ist steinig und schlammig und – bei gutem Wetter – sicher mit super Aussicht.
Plötzlich stürzt Peter spektakulär. Ich hab Angst, dass er sich was gebrochen hat,
aber er ist hart im Nehmen.
Es geht weiter abwärts, insges. 2000 Hm bis Meran, zunächst auf Wanderwegen, dann auf der Timmelsjochstraße, vorbei an St. Leonhardt abwärts,
abwärts, abwärts – affengeil !
Kurz vor Meran noch mal Glück für Peter: Auf einem Fahrradweg kommt ein Lieferwagen entgegen ; er kann gerade noch ausweichen – Moni im Gebüsch - es
fehlten Zentimeter – noch mal Glück gehabt !
Dann passieren wir Meran, ich bedauere sehr, keine Zeit für die Stadt zu haben, und kommen zum „Hotel Paulus“ in Tscherms um 19 Uhr.
Abendessen im Hotel, na ja - aber der Blick vom Balkon auf Meran – Wahnsinn !
3. Tag 03.08.2005 Meran – Dimaro 81 km 2300 Hm
Unsere längste Tour !
Heute wird ein harter Tag. Ich sitze schön frühmorgens auf der Frühstücksterrasse und genieße den traumhaften Blick auf Meran. Die gestrigen
BefĂĽrchtungen bzgl. des schlechten Wetters sind wie weggeblasen.
Wir starten nach dem täglichen Fahrrad-check und kleineren Reparaturen kurz hinter Tscherms schon wieder mit Serpentinen. Meine Beinmuskulatur ist noch
etwas hart von den gestrigen Anstiegen. Es bleibt aber keine Zeit zum Einrollen.
Die Serpentinen ziehen sich bis St. Pankraz, anschließend geht’s auf der lebhaft befahrenen Landstraße weiter aufwärts, ab und zu durch Tunnels,
insgesamt ca. 30 km bis zum fast ausgetrockneten Zogglerstausee von St. Walburg. Wir haben schon fast 1000 Hm geschafft.
Kurze Pause am Staudamm, dann hinein in den Berg, auf Schotterstraßen serpentinenmäßig ständig bergan, ca. weitere 600 Hm bis zur Spitzenalm.
Dort machen wir Einkehr. Es gibt wieder köstlichen Apfelstrudel und Cappuccino.
Jetzt kommen ca. 10 km Singletrails. Was auf der Karte so harmlos aussieht, ist in
Wirklichkeit gar nicht so einfach. Es geht ständig kurz bergan, bergab, vom Rad runter, aufs Rad rauf. Der Regen der letzten Tage hat den Waldboden sehr
schlammig gemacht. Dazu noch diese verdammte ewige KuhscheiĂźe !!!
Ich bin zum ersten mal auf dieser Tour soweit, dass ich mich frage, was das eigentlich soll. Aber Monika muntert mich immer wieder auf.
Wir kommen zur Castrinalm und die Wanderwege werden langsam wieder befahrbar. Nach der Castrinalm noch mal etwa 3 km schöne Trails nach meinem Geschmack.
Irgendwie haben wir uns aber jetzt verfranzt.
Wir ändern unsere Planungen, auch in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit
(15 Uhr und wir haben erst die Hälfte der Strecke) und nehmen eine schöne Abfahrt
auf Forststraßen und später dann Teerstraßen bis nach Reno.
Zwischenzeitlich sind wir auf einer gut ausgebauten, aber stark befahrenen
LandstraĂźe. Wir haben einen wunderbaren Blick auf eine weite Ebene, eingerahmt
von mächtigen Bergen und zwischendrin blauschimmernde Stauseen.
Wir fahren jetzt meistens, von Peter angefĂĽhrt, Kolonne, passieren Male und kommen ein paar km hinter Male nach Dimaro, unseren Zielort.
Es ist 19 Uhr – wir haben unsere längste Tour geschafft.
Das Hotel „Serena“ ist super. Insbesondere für ausgehungerte MTB ist das bestellte Abendmenü einsame Klasse. Es gibt Vorspeisenbuffet, Nudeln, Fisch,
Fleisch oder HĂĽhnchen und leckere Nachspeise (Tiramisu !!!).
Super Tour, gut gegessen und getrunken und Aussicht auf tolles Wetter morgen –
Bikerherz was willst Du mehr !
4. Tag 04.08.2005 Dimaro – Zuclo 62 km 1770 Hm
Endlich geht’s in das Brenta-Massiv
Wir haben im „Serena“ prächtig gefrühstückt, draußen ist herrlicher Sonnenschein,und die Brenta-Tour, auf die wir uns alle so gefreut haben
liegt heute vor uns.
Peter wechselt noch seine arg gebeutelten Bremsklötzl und schon kanns losgehen.
Gleich hinter Dimaro geht es rein in den Wald und immer schön mit ca. 7 –8 % Steigung aufwärts. Die Luft ist herrlich klar – es macht richtig
SpaĂź !
Wir genießen die Fahrt, vorbei an Wasserfällen und Felsvorsprüngen und schrauben uns Hm um Hm höher. Nur ab und zu checkt Werner den Weg.
Bald erreichen wir die Malga (Alm) Mondifra, wo wir uns etwas stärken.
Was kommt jetzt ?
Es wird richtig steil, teilweise bis 20 %. Wir sind ĂĽber der Baumgrenze und die
Sonne knallt uns auf den Helm. Links und rechts des Weges sind die Skilifte
des Rifugio-Graffer-Skigebietes. Hinter jeder Biegung vermute ich unser Ziel, das
Ski- u. Wander-Höhenrestaurante des Riffugio. Aber es zieht sich.
Immerhin sollten es ca. 1600 Hm am StĂĽck werden.
Ich versuche mir die Kraft einzuteilen, da ja heute Nachmittag noch ein Anstieg geplant ist.
Endlich um 13 Uhr ist das Gipfelrestaurante erreicht. Es gibt Nudel und C......... ?
Plötzlich zieht sich das Wetter richtig zu und wir haben schon Bedenken, Nass zu werden.
Jetzt kommt die „Downhill-Strecke“ für unsere Spezialisten (Peter, Werner u. Mani-One). Angeblich einer der „Traumtrails der Alpen“.
Ich muss zugeben, teilweise waren die Trails wirklich „geil“.
Über Singletrails, steile Abhänge und Pfade geht’s schnell bergab. Ab und zu muss bei Hindernissen abgestiegen werden – aber alles machbar.
Ich werde mutiger und schneller. Plötzlich ziehts mir das Vorderrad im Kies weg und ich muß über den Lenker „absteigen“, ist aber halb so
wild.
Wir erreichen die Malga Vallesinella und beschließen kurzfristig die Tour zu ändern.
Irgendwie hat keiner von uns mehr Bock auf 800 Hm bergauf. Stattdessen suchen wir einen schönen Trail nach Madonna die Campiglo (sehr enttäuschend).
Von dort aus, Madonna liegt immer noch auf 1500 m, cruisen wir einen beschilderten MTB-Weg abwärts, abwärts. abwärts.
Wir haben etwas Zeit gewonnen und nutzten dies fĂĽr eine Erfrischung in Pinzola.
Anschließend in Kolonne entlang der „Sarca“ bis Zuclo (ca. 18:30 Uhr).
Das „Hotel Emigrante“ hört sich besser an als es ist – es taugt wirklich nur zum
Schlafen!
Morgen geht’s nach RIVA !!!
5. Tag 05.08.2005 Zuclo – Riva del Garda 47 km 1400 Hm
Endspurt
Wieder ein toller Tag, genau der Richtige fĂĽr den Einlauf in Riva.
Hinter Zuclo geht es wieder serpentinenmäßig aufwärts.
Sukzessive geht die Teerstraße in Schotter über und wird schmäler.
Irgendwo am Berg treffen wir eine MTB-Gruppe aus Franken und wir erfahren,
dass wir nicht auf der geplanten Strecke sind (angeblich etwas steiler, dafür aber kürzer). Wir sind völlig relaxt und nehmen wie es kommt.
Der Berg heißt „Bocca dell Ussol“.
Um 12:30Uhr letzte Rast vor dem Gipfelanstieg. Das Panorama ist traumhaft.
Im Hintergrund ist die Ortlergruppe erkennbar. Genau der richtige Platz für schöne Erinnerungsfotos.
Dann letzter Anstieg zum Gipfel. Wir mĂĽssen das Bike noch mal rund 200 hm schieben und tragen.
Endlich oben.
Ich bin etwas enttäuscht, da ich gehofft hatte, schon den Gardasee zu sehen, aber weit gefehlt.
Es geht steil, anfangs nicht befahrbar, in Serpentinen abwärts.
Vor dem letzten Abstieg trennt sich die „weiße Gruppe“ (Moni, Richard, Walter undMani-Tou) von der „roten Gruppe“ (Werner, Peter,
Mani-One).
Die weiße Gruppe peilt das Ziel“Cafe Mary Popins“ am Lago die Ledro direkt an. Die rote Gruppe will es noch mal „down-hill-mäßig“ richtig
krachen lassen.
Dabei stĂĽrzt Werner 15 m tief einen Abhang runter. Er erleidet starke Prellungen und SchĂĽrfungen, hat aber noch mal GlĂĽck im UmglĂĽck.
Um 16:30 h Abfahrt mit den „Lumperln-Trikots“ zum Gardasee.
Werner hat nicht zu viel versprochen:
Die Ponale Strasse bietet traumhafte Ausblicke und Postkartenpanorama.
Wir hoffen nur noch ein vernüftiges Quartier zu bekommen und greifen beim ersten Angebot, dem „Hotel Ifigenia“, sofort zu.
Wir sich rausstellt ein schönes Hotel in sehr zentraler Lage.
Heute Abend wird noch richtig gefeiert. Leider ohne Richard, der mit seiner Familie zurück zum Ledro-See fährt.
Wir genießen in einem tollen Restaurant am See, bei dem sich das lange Warten auf einen Platz gelohnt hat, den wunderschönen Abend !!!
Ein tolles Erlebnis geht zu Ende !
Die „Lumperl“ Monika und Werner, Peter, Walter, Richard, Mani-One und Mani-Tou grüßen alle Daheimgebliebenen !!!
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